Abwrackprämie für Fahrräder

Nach viel zu langer Abstinenz fang ich jetzt mal wieder an zu schreiben.  Da ist mir doch ein Artikel aus der Berliner Morgenpost in die Hände gefallen: Teltow plant Abwrackprämie für Fahrräder

Aufmerksam wurde ich auf das Thema, weil bei RadioEins ein Interview dazu mit einem Mitglied des Satdtrats kam.  Den Namen hab ich leider nicht mitbekommen. Jedenfalls ist das Programm jetzt angelaufen. Ich wurde natürlich hellhörig, was da in meiner alten Interimsheimat so los ist. Deswegen mag ich das für Teltow mal näher beleuchten und sehen ob man davon was auf Ubstadt-Weiher übertragen kann

Teltow

Auch Fahrräder altern bekanntermaßen, warum wracken wir verschlissene Drahesel nicht einfach ab? So lautet ein aktueller Aufruf der Fraktionen von SPD, Linke und Grünen. Diese Schrottvergütung soll sogar weitaus mehr bringen als nur das alte Teil aus der Garage. Der Unterschied zur Auto-Abwrackprämie: Die hergerichteten Drahtesel kommen zu gemeinnützigen Zwecken wieder in den Einsatz

Letzteres ist ja doppelt gut. Gemeinnütziger Zweck ist klingt immer toll. (Dazu kommt weiter unten noch was.)  Und einer der Hauptkritikpunkte an der Prämie für Autos war ja, daß durchaus erhaltenswerte Exemplare verschrottet wurden. So wurde zum Teil Kulturgut (nämlich Oldtimer) zerstört und der Einfluss auf die CO2-Bilanz war ja auch umstritten.

Eine Abwrackprämie für alte Fahrräder will die Stadt Teltow von Oktober an zahlen. Die ersten 100 Teltower, die sich bei einem Händler im Ort ein neues Rad kaufen und ihr altes abgeben, sollen 50 Euro aus dem städtischen Haushalt bekommen, sagte Stadtsprecherin Andrea Neumann am Mittwoch.

In dem Interview kam raus, daß die Prämie nur gezahlt wird, wenn das neue Rad bei einem der beiden „echten“ Radhändler gekauft wird. Nun ich kenne beide Händler und naja, local content ist ja ganz schön, aber…

Wenn mich ein Teltower nach einer Empfehlung fragen würde, tät ich ihn nach Potsdam oder Berlin schicken. Aber der Teltower an sich kauft, wenn überhaupt, sein Rad eher beim Praktiker, Toom oder Sport-Real. Wenn die Prämie dazu beiträgt, daß man auch mal in ein Fachgeschäft geht, wär schon was gewonnen.

Allerdings: Verschrottet werden die ausgedienten Drahtesel nicht. Sie sollen von Azubis oder Ein-Euro-Jobbern aufgemöbelt und für einen guten Zweck weitergegeben werden – insofern sei der Name Abwrackprämie etwas irreführend.

Aus dem Interview war zu erfahren, die Räder gehen an eine Einrichtung im Nachbarort Kleinmachnow. Wie dann jedoch der gute Zweck aussieht, bei dem die Räder dann zum Einsatz kommen, war nicht zu erfahren.

Die Stadtverordneten wollen das Vorhaben endgültig nächste Woche absegnen.

Das haben sie ja anscheinend getan.

Ziele des Vorstoßes der Fraktionen von SPD, Linke und Grünen in Teltow sind bessere Luft und weniger Autoverkehr.

Da bleibt mir nur, den Teltowern die Daumen zu drücken. Aber das ist dort nur ein Tropfen auf den heißen Auspuff von ganz vielen Durchgangsverkehrern (gleich 2 Wortspiele). Die fahren da gerne durch oder hin, auch um sich in den Baumärkten Fahrräder zu kaufen…

Um an die 50 Euro zu gelangen, muss das neue Gefährt ein City-Bike sein. Rennräder, Mountainbikes und Kinderräder werden nicht subventioniert. Angenommen werden zudem nur „im Grundsatz fahrbereite Alt-Räder“.

Die Bezeichnung „City-Bike“ tut mir ein bischen weh. Aber wenn damit gemeint ist, daß straßenverkehrstaugliche Räder gefördert werden, mit denen man die alltäglichen Wege zurücklegen kann, soll es mir recht sein.

Kritik kommt vom Teltower FDP-Fraktionschef Hans-Peter Goetz. Er meint, es sei besser, sich erst mal um bessere Radwege zu kümmern.

Laut Aussage des Interviewpartners sind auch dafür tatsächlich Mittel im Haushalt vorgesehen.

Ubstadt-Weiher

Sollte die Gemeinde Ubstadt-Weiher auch eine solche Prämie zahlen? Wie sollten die Bedingungen sein?

Nun haben wir hier im Ort meines Wissens nur einen Fahrradhändler. Sich darauf zu beschränken, wäre also eine recht einseitige Sache. Man müßte die Prämie also auch für Räder gewähren, die in den Nachbarorten (z.B. La Venia oder Radgalerie) gekauft werden. Oder man fördert Räder, die in der Region gefertigt werden (Campus Fahrräder GmbH). Das führt mich zu folgendem Vorschlag, eine solche Prämie wäre beim Landkreis Karlsruhe wohl besser aufgehoben. Dann wäre die Aufbereitung der alten Räder bei Madame Vélo in Karlsruhe bestimmt gut aufgehoben. Aber nach einem guten Zweck, dem die Räder zugeführt werden könnten, suche ich noch. Vorschläge werden gerne angenommen!

Positive Presse kann man mit einer solchen Aktion auf jeden Fall erhalten.


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