Verfasst von: stefanhock | Dezember 5, 2016

Ringbus

Beim Bürgerbeteiligungsprozess in Ubstadt-Weiher wurde unter anderem auch ein Ringbus für die vier Teilorte gefordert. Unabhängig davon, dass wir wahrscheinlich kein Geld dafür haben, möchte ich dieses Thema näher beleuchten.

Ausgangslage

Was den ÖPNV in Ubstadt-Weiher angeht, jammern wir ja auf ziemlich hohem Niveau. Wir haben die Wahl zwischen zwei S-Bahn-Systemen (rot und gelb, S3 und S31/S32). Drei Teilorte sind mit mehreren Haltestellen erschlossen. Zwei Buslinien haben wir auch noch (131 und 132). Über die 131 ist auch Weiher an beide S-Bahnen angeschlossen. Über die Anschlusszeiten und Takte und überfüllte Busse und Bahnen möchte ich hier nicht diskutieren.

Verbesserungspotential
Die Teilorte untereinander sind nicht perfekt verknüpft. Von Weiher nach Zeutern mit ÖPNV z.B. gleicht einer Weltreise. Apropos Zeutern: Weil es dort keinen Supermarkt gibt, wäre eine Anbindung an einen solchen wünschenswert. In Stettfeld müssen wir uns Gedanken darüber machen, wie wir die neue S-Bahnhaltestelle Stettfeld-Weiher erreichen können.

Vorschlag

ringbus

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Bei meinem Vorschlag lasse ich erstmal außer acht, was man an den bestehenden Buslinien ändern müsste. Außerdem will ich auch noch nicht entscheiden, in welche Richtung die Linien befahren werden oder ob in beide. Ich habe meinen Vorschlag in drei Teile aufgeteilt (Ringbus 1-3). Das sollen verschiedene Alternativen bzw. Ausbaustufen sein, aber keine Aussage darüber, ob das getrennt zu betreibende Busse sein sollen.
Die grünen Pinökel sind bereits bestehende Haltestellen, die roten müssten neu gebaut werden.

Ringbus 1
Das wäre das Kernstück. Im Prinzip ist es eine Verlängerung der Linie 131 die nicht nur bis Ubstadt Ort sondern bis zum Rathaus führt. Die Anbindung des Bahnhofs Ubstadt-Weiher DB darf natürlich auch nicht fehlen. In der Gegenrichtung ist sie bis Stettfeld Bahnhof verlängert. Am Gewerbegebiet Sand und an der neuen S-Bahnstation finden sich zusätzliche Haltestellen. Das wäre dann zwar noch kein Ring, der ergäbe sich in Kombination mit der Linie 132.

Ringbus 2
Oder wir lassen den Bus wirklich im Ring fahren. Wobei dieses Teilstück für sich betrachtet wenig Vorteile bringt.

Ringbus 3
Zeutern ist durch die Katzbachbahn (S31) bereits gut erschlossen. Was fehlt, ist eine direkte Anbindung zur S-Bahn in Richtung Heidelberg und an einen Supermarkt. Dies könnten wir durch diese Erweiterung verbessern. Eine Haltestelle beim Penny in Stettfeld könnte die Zeutermer an diesen Konsumtempel heranbringen. In Zeutern selbst bräuchte es neue Haltestellen am Sportplatz, in der Ortsmitte und am Bahnhof. Wenden könnte der Bus in der Industriestraße und dort auch halten.

Schlussbemerkung
Wenn wir die bestehenden Linien betrachten, die Kosten und wie unterschiedlich diese angenommen werden, merkt man schon wie kompliziert es sein kann, neue Linien zu konzipieren. Beispielsweise haben wir ewig um eine Anbindung Ubstadt-Weiher DB gerungen. Weil die aber nicht gut an die Bahnen Richtung Karlsruhe angebunden ist, wird sie nicht gut genug angenommen. Weil das aber trotzdem zusätzliche Kosten verursacht, steht sie ständig zur Diskussion.
Damit will ich sagen, einen Ringbus einzuführen, wird schwierig. Trotzdem sollten wir zumindest darüber nachdenken.

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Verfasst von: stefanhock | Oktober 26, 2016

The Wrider’s Club

Manchen Lesern ist vielleicht schon die Änderung in meinem Hintergrundbild aufgefallen:

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Ich bin jetzt Mitglied im Wrider’s Club.

http://thewridersclub.cc/

Ich gebe es gerne zu, das verhilft meinem Blog zu einer besseren Sichtbarkeit. Aber auch der Ehrenkodex hat es mir angetan, wobei ich selbst eher seltenst in die Versuchung gerate, Werbebotschaften in meinen Texten zu verstecken.

Hoffentlich schmeißen die mich nicht raus, wenn die meine autofreundlichen Artikel finden😉

Ich gelobe Besserung und versuche in Zukunft noch mehr über Radthemen zu schreiben.

Stay tuned.

Unter diesem Motto könnte eine kleine Bahnreise stehen, die ich unlängst unternehmen durfte. Man könnte aber auch sagen: „Für eine Leberkassemmel nach München…“

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Die Deutsche Bahn erprobt derzeit ihre neuen ICE4-Züge. Damit es nicht wieder so ein Desaster gibt wie bei den Vorgängern, werden diese intensiv getestet. Erstmal sind 2 Züge in Betrieb, von denen jeweils einer für zwei Monate als Sonderzug Hamburg – München – Hamburg fährt. Für diesen Probebetrieb sind Mitarbeiter der DB und von Bombardier und Siemens eingeladen. Sie dürfen jeweils bis zu vier Gäste mitnehmen. Sogar die Anreise mit regulären Zügen ist dann kostenlos. Nach den 2 Monaten soll dann für ein Jahr ein ICE4 als Ersatz für einen planmässigen ICE1 ebenfalls Hamburg – München – Hamburg fahren. Die gesammelten Ergebnisse sollen dann in die Serienfertigung einfliessen.
Ich hatte also das Vergnügen, mit einem befreundeten DB-Mitarbeiter Fulda – München – Fulda zu fahren. Zusammen mit vielen anderen Pufferküssern…

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Hier meine Eindrücke:
Man merkt zu allen Vorgängerversionen (sogar zum 3er) Fortschritte. Insbesondere die Laufruhe ist beachtlich und wir haben uns wirklich oft in der gefahrenen Geschwindigkeit verschätzt. Diese wird ab und zu auf den Monitoren angezeigt, die über den Wagen verteilt an der Decke hängen und viel besser abzulesen sind, als die alten Anzeigen am Wagenende.

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Die Reservierungsanzeigen befinden seitlich sich in den Sitzlehnen. Dazu gibt es unterschiedliche Meinungen. Ich finde es praktisch und gut abzulesen, obwohl ich relativ groß bin und die Anzeige nicht in meinem direkten Blickfeld ist.

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Die Wagenkästen sind länger und schmäler als bisher, dadurch wurde auch der Mittelgang so schmal wie noch nie zuvor (50 cm).

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Aber es gibt über den Wagen verteilt 4 Ausweichstellen, nämlich die großzügig ausgelegten Gepäckfächer.

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Man hat wohl eingesehen, dass diese Regale zwingend eine solche Doppelfunktion haben. Deshalb wurden anscheinend die vorderen Regalstangen weggelassen, die offensichtlich eingeplant waren. Die Löcher in den Seitenscheiben sind jedenfalls noch da.

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Mich hat natürlich besonders das neue Fahrradabteil interessiert. Wegen der Anreise mit „alten“ ICEs konnte ich ja selbst kein Rad mitnehmen, aber das hat jemand anderes für mich übernommen.

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Schade, im folgenden einjährigen Plantestbetrieb wird man das nicht sinnvoll nutzen können. Wenn die 4er im Wechsel mit 1ern fahren, kann man keine Fahrradplätze reservieren und ohne Reservierung geht im Fernverkehr nix. Und selbst wenn, wenn der 4er mal ausfällt und durch den wohl bereitstehenden 1er ersetzt wird, ist man gekniffen. Aber prinzipiell ist es schon schön, endlich auch in ICEs Räder mitnehmen zu können. Die Zeit der Reservierungszettel ist dann auch vorbei.

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Die Ausstattung entspricht ansonsten dem, was man vom Fernverkehr schon kennt.

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Vier Räder können gestellt werden, vier aufgehängt. Die oberen Halter sind durch die Dachrundung etwas im Überhang. Das führt dazu, dass das Vorderrad nicht ganz anliegt und das ganze Rad mehr Bewegungsfreiheit hat. Das ist wohl unproblematisch.

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Was ich viel schlimmer finde, ist die Trennwand zum Eingangsbereich.

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Zwar hat man schlauerweise schon an den Edelstahlkantenschutz gedacht…

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…aber was soll der Quatsch? Wir konnten jedenfalls keine Funktion der Wand erkennen, sprich es waren keine Klappen drin, hinter denen sich Technik verbergen könnte. Sie hat bestimmt auch keine tragende Funktion. sie ist einfach nur im Weg. Mit Tandem oder Liegerädern wird das eine Herausforderung, aber auch schon mit Singles und Taschen. Ja, ich weiß, man soll die Taschen abmachen, blablabla…
Leider wurde an den Klimaanlagen gespart, Druckertüchtigung war wohl zu teuer. Ist doch schön zu beobachten, wie am Tunnelanfang alle kollektiv das Gesicht verziehen.
Fazit:
Viel Gutes, viel Fortschritt, aber an zwei Stellen muss zwingend nachgebessert werden. Die Trennwand muss weg und die Wagen müssen druckfest sein, sonst verprellt die Bahn viele Kunden.

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Verfasst von: stefanhock | Oktober 17, 2016

Islay

Der Einfachheit wegen erzähle ich von unserer Islay-Reise in #Hashtags, #Sketchnotes und Bildern. Ach, und in Klammern versuche ich, bei den gälischen Namen noch zu schreiben, wie man das ausspricht😉

Planung

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Anreise

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Loch Lomond

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Fähre nach Islay

#BallygrantInn

#BallygrantInn

Tag 1

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#Kilchoman (Killhoman)

#Kilchoman (Killhoman)

#Kilchoman Malzboden

#Kilchoman Malzboden

#Kilchoman Fässer

#Kilchoman Fässer

#MachirBay

#MachirBay (Makir Bay)

#PortWemyss Robben

#PortWemyss Robben

Tag 2

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#AmericanMonument #TheOa (the Oh)

#AmericanMonument
#TheOa (the Oh)

 

#Laphroaig #opinions (Lafroyg)

#Laphroaig #opinions
(Lafroyg)

 

#Laphroaig Malzboden

#Laphroaig Malzboden

#Laphroaig Dram

#Laphroaig Dram

#Ardbeg Fässer

#Ardbeg Fässer

#Kildalton Chapel

#Kildalton Chapel

Tag 3

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#Bruichladdich (Bruukleddi)

#Bruichladdich (Bruukleddi)

#Bruichladdich 4 Whisky aus 4 verschiedenen Gersten (mein Mitbringsel)

#Bruichladdich 4 Whisky aus 4 verschiedenen Gersten (mein Mitbringsel)

#Bunnahabhain (Bunnahawen)

#Bunnahabhain (Bunnahawenn) => „Ort, an dem die Sonne immer scheint“ – Ne, war ein Witz…

#Bunnahabhain

#Bunnahabhain

#Sketchnote (quasi) im "Supermarkt" von #PortAskaig

#Sketchnote (quasi) im „Supermarkt“ von #PortAskaig

#Finlaggan

#Finlaggan

Heimreise

Abschied von #Lagavulin (Laggawuulin) (Mitte) und #Ardbeg (rechts)

Abschied von #Lagavulin (Laggawuulin) (Mitte) und #Ardbeg (rechts)

Brücke von #Inveraray

Brücke von #Inveraray

Hafen von #Inveraray

Hafen von #Inveraray

 

Wer mehr Text oder Tonspur oder Bilder haben möchte, lädt sich zum Tasting der Mitbringsel bei mir ein.

Verfasst von: stefanhock | August 6, 2016

Rennradtour 2016

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Die Entscheidung ist gefallen. Weil ich mich nicht entscheiden konnte, habe ich Münze und Würfel bereits für die Startvorbereitung genutzt.
Siehe Punkt 5 in diesem Artikel: „wenn du kein Ziel hast, würfele die Richtung“

Ideen für Rennradtour 2016

Für alle, die meine Schrift nicht lesen können: Ich fahre erst Montag los, direkt von zu Hause und in Richtung Westen. Es könnte also in die Pfalz gehen, mehr weiß ich noch nicht.

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Verfasst von: stefanhock | Juli 27, 2016

Alle meine Räder

Oft werde ich gefragt: „Wie viele Räder hast Du eigentlich?“
Meine Antwort: „8 3/4“
Das ist natürlich erklärungsbedürftig. Also denn:

1. MaxCycles CB-Pro Blast

MaxCycles CB-Pro Blast

Dieses Trekkingrad ist am längsten in meiner Sammlung (seit 1997). Ich nutze es hauptsächlich für die Familienradtouren und Familienurlaube, also wenn ich solo mit Taschen fahren will. Es hat auch als einziges eine Kupplung für einen Einspuranhänger, den ich aber seltenst nutze. Im Tretlagerbereich ist ein feiner Riss, mal sehen wie das weitergeht.
Details:
Stahlrahmen, Brooks Professional, XTR-Schaltwerk mit XT-Hebeln (der satte Klang beim Schalten begeistert mich immer noch)

2. Basso

Basso

Mein Lieblingsrad, Rennrad und Randonneur, mein erster über ebay gekaufter Stahlrenner, treuer Begleiter auf großer Tour…

Details:
Brooks Professional „Alpe d’Huez“, neue Laufräder mit Nabendynamo, LUMOTEC IQ2 Eyc, Curana C-Lite Schutzbleche

Blog-Artikel:

3. Kona Fire Mountain

Kona

Mein erstes Mountainbike! Ein echter Klassiker.
Technisch ist es überhaupt nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Aber es hat für den Beweis gelangt, dass ich Bock auf Mountainbiken habe. Was jetzt damit passieren soll, weiß ich noch nicht.

Details:
Stahlrahmen, V-Brakes

Blog-Artikel:

4. Stevens Sentiero

Sentiero

Mein Geburtstagsgeschenk zum 42.
Leider kein Stahlrahmen, aber macht Spaß! Die Farbe beißt etwas im Auge…

Blog-Artikel:

5. KTM Strada

Strada

Der alte Stahlrenner ist etwas instabil und taugt nur noch als Bahnhofsrad (Weiher-Ubstadt). Die originalen Laufräder waren hinüber und die Speichen sind ständig gebrochen. Es darf jetzt die alten vom Basso auftragen.

Details:
Faltschloss (Trelock FS 300 Trigo) mit Sägespuren, lass ich aber dran, mehr Abschreckung geht nicht.

6. Tange ?

Tange

Ja, mein zweites Bahnhofsrad (Durlach – Karlsruhe) hat eigentlich keinen Namen. Ich habs über die Bucht ersteigert. Die Marke ist unbekannt und weil es stümperhaft neu lackiert wurde auch nicht mehr erkennbar. Laut Verkäufer hat es einen Stahlrahmen aus Rohren von Tange, deshalb nenne ich es oft Tange oder schlicht „das Braune“. Über die Vorgeschichte mag ich auch gar nicht nachdenken…
Egal, es ist sehr zuverlässig, für mich einen Tick zu groß und aufgrund des ranzigen Aussehen als Bahnhofsrad ideal.

7. Specialized Allez

Allez

Steht alles in dem Artikel. Nur soviel als Zusammenfassung: Alter Stahlklassiker, zum Querfeldeinrad, Crosser oder Gravelbike umgebaut, Namen sind Schall und Rauch. Egal wie man das nennt, ein Rennrad mit etwas dickeren Stollenreifen für Feld und Wald, macht eben dort einfach Spaß.

Blog-Artikel:

8. Touring Racing

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Auch hierzu gibt es einen aussagekräftigen Artikel…
Für die ganz harten Schlechtwetterfälle ein Rad, dass nur noch für die Rolle taugt. Mal überlegen, wann ich da das letzte Mal draufgesessen habe?

Blog-Artikel:

8 1/2. PedalPower CrossCountry

Tandem

Jetzt kommt die Mathematik ins Spiel, denn dies ist das 8 1/2. Rad. Natürlich gehört mir vom Tandem nur die vordere Hälfte. Leider fahren wir das Schmuckstück nicht mehr so häufig. Mit Kindern sind Singles halt praktischer. Sollte mal eine Rohloff bekommen, das lohnt sich aber derzeit nicht.

Details:
Brooks Professional vorne, Marzocchi Bomber (auf 10 cm begrenzt, das war mal DIE Downhillgabel, immer noch geil)

8 3/4. Amsterdam

Amsterdam

Weil dieses schöne alte Hollandrad eigentlich meiner Frau gehört, zähle ich es nur als 1/4. Es ist uns quasi zugelaufen und sollte hauptsächlich für den Weg zum Baggersee herhalten. Weil es aber tatsächlich unser einziges Rad ist, an das so eine olle Kugelkopfkupplung für den Hänger passt, nehm ich es gerne zum Getränke kaufen.

Verfasst von: stefanhock | Juli 23, 2016

Deutschlandtour Teil 2

„Sonne, leuchte mir ins Herz hinein,
Wind, verweh’ mir Sorgen und Beschwerden!
Tiefere Wonne weiß ich nicht auf Erden,
Als im Weiten unterwegs zu sein.

Nach der Ebene nehm’ ich meinen Lauf,
Sonne soll mich sengen, Meer mich kühlen,
Unsrer Erde Leben mitzufühlen,
Tu ich alle Sinne festlich auf.

Und so soll mir jeder neue Tag
Neue Freunde, neue Brüder weisen,
Bis ich leidlos alle Kräfte preisen,
Aller Sterne Gast und Freund sein mag.“

Mit diesem „Reiselied“ bringt es Hermann Hesse für mich auf den Punkt und umschreibt ziemlich gut meine „Deutschlandtour Teil 2“. Ich weiß zwar nicht, wie der olle Hesse sich fortbewegt hat, aber er hat wohl doch auch Ahnung vom (Renn)radeln gehabt. Die erste Strophe ist mir unterwegs begegnet und hat mich tief bewegt. Doch dazu später mehr.
Jetzt habe ich schon soviel über meine Ideen zur Ideen für Rennradtour 2016 geschrieben, dabei hab ich noch gar keinen Bericht über die letztjährige Tour geschrieben. Nach 11 Monaten wird es also mal Zeit. Während ich dies schreibe, ist es auch schön warm und ich kann diese Hitzeschlacht besser memorieren.

Norden

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1. Tag 58 km Kahla – Bad Kösen

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Im Chiemsee Richtung Norden Rückblick hatte ich es angedroht: I’ll be back. Also startete ich genau dort, wo ich ein Jahr zuvor aufgegeben hatte, am Bahnhof Kahla an der Saale. Nur halt etwa 20°C wärmer. Wegen der Anreise mit der Bahn war es aber schon Nachmittag und nur noch Zeit für eine kleine Etappe entlang der Saale. Durch Jena kam ich just während des legendären DFB-Pokal-Spiels Carl Zeiss Jena gegen den Hamburger SV. Nicht nur am Stadion auch in der Innenstadt war die Stimmung leicht geladen. Also schnell weiter…
Das ging dann aber irgendwie nicht mehr so recht. Wie man im Verlauf eines touristischen Flussradwegs hinter einer Kurve eine derartige knackige Steigung ohne Warnschild lassen kann, ist mir unbegreiflich. Mit meinen Rahmenschalthebeln hat sie mich „kalt erwischt“ (blödes Wortspiel bei der Hitze). Danach fing dann die Kette an zu springen und ich konnte die Ursache nicht gleich finden. Vielleicht weil mir beim Draufschauen der Schweiß in die Augen gelaufen ist. Die angerissene Kette hab ich jedenfalls erst am nächsten Morgen entdeckt.

001_D2_BadKösen_Basso_Kette_20150810

2. Tag Bad Kösen – Wettin (Saale) 97 km
Der Fachmann in Naumburg fand, dass eine neue Kette nur mit neuem Ritzelpaket geht und hat mir nur die Kette geflickt. In der Zeit konnte ich mir den Dom (Weltkulturerbe) anschauen. Weil ich der Kette noch nicht so recht traute und weil es so heiß war, wählte ich die steigungsarme Variante weiter an der Saale entlang.
Der dicke Exkanzler hat damals von blühenden Landschaften gesprochen. Ich finde, was im Osten am meisten blüht, ist die Fantasie, was man alles als Radweg ausschildern kann.

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Als Symbolbild für die Trostlosigkeit der Gegend mag dies Foto des ehemaligen Gasthaus Adler in Kleinkorbetha stehen.

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„Sonne soll mich sengen.“ Ja, hat sie gemacht. So dass ich mich die ganzen Tage echt zum Essen zwingen musste, Kreislaufprobleme hatte (nicht beim Radeln, nur in den Pausen) und nach 90 km Oberschenkelkrämpfe bekam. Abends hab ich beim Anblick eines Salzstreuers so komische Heißhungerattacken bekommen.

3. Tag Witten – Saale – Bodetalradweg – Oschersleben 119 km

Deshalb kaufte ich am nächsten Morgen Salztabletten und alles wurde besser. Hätte ich beim Anblick der weißen Ränder auf allen Klamotten auch früher drauf kommen können. Um meine Laune zu verbessern, musste ich dann nur noch von der Saale auf den Bodetalradweg wechseln.

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Hat sich dann aber doch gerächt, weil ich abends ewig keine Unterkunft finden konnte. Da gibt es Städte (zumindest laut Ortsschild), die haben keine Läden oder Gasthäuser mehr! Erst außerhalb von Oschersleben wurde ich fündig. Hatte ich schon erwähnt, dass es heiß war?

4. Tag Oschersleben – Beetzendorf 98 km

Boah! Die Aller! Und ihre Quelle! Und ihr Radweg! Spektakulär!
Ne, war Spaß. Auf den ersten Kilometern sieht man die Aller erstmal gar nicht. Aber sie hat mich zur Grenzübergangs-Gedenkstätte Marienborn gebracht, wo ich schon immer mal hin wollte.

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„Nach der Ebene nehm’ ich meinen Lauf“
Stimmt. Wurde immer flacher und ich wechselte vom Radlerland ins Alsterwasserland.

5. Tag Beetzendorf – Salzwedel – Lüchow – Dannenberg – Hitzacker – Elbe – Boizenburg 112 km

„Wind, verweh’ mir Sorgen und Beschwerden!“
Check. Den ganzen Tag warmer Wind von Norden, wie geht das denn?

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In Salzwedel steht auf der Fassade eines Fachwerkhauses die erste Strophe des Reiseliedes. Erstaunlich wie so ein alter Spruch dem Randonneur in der aktuellen Situation moralische Unterstützung bieten kann. Vorher hatte ich wegen anhaltender Hitze und damit verbundener Beschwerden schon ans Aufgeben gedacht.
Weiter über Lüchow und Dannenberg…das sind so Orte, von denen man schon mal gehört hat, wo man aber wohl sonst nie hinkäme. Ist aber ganz hübsch da und es hat den Anschein, als wohnte da viel Geld- und Bildungsbürgertum. Sind bestimmt Menschen, die mal zum Demonstrieren hinkamen und dann da hängen geblieben sind!?
Endlich erreichte ich dann die Elbe bei Hitzacker. Hitz acker? Blödes Wortspiel!

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Zu der Zeit gab es auf deutschen (Beton-)Autobahnen viele Probleme mit BlowUps und in Baden-Württemberg deshalb auch Tempolimits. Aber auf dem Elberadweg hätte ich nicht damit gerechnet.

6. Tag Boizenburg – Ratzeburger See – Priwall – Travemünde – Timmendorfer Strand 104 km

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Schaut der Till Eulenspiegel in Mölln neidisch oder zweifelnd auf mein Basso? Man weiß es nicht. Hätte ich nicht ein Ziel vor Augen gehabt, wäre ich dort bis abends geblieben und hätte mir die Eulenspiegel-Festspiele angeschaut.

024_D2_Priwall_20150814

„Meer mich kühlen“
Jawoll, endlich! Und damit hätte der Tag enden können, aber ich brauchte ja noch eine Unterkunft. Wäre in Lübeck bei der Verwandtschaft kein Problem gewesen, aber ich wollte unbedingt an der Ostsee bleiben. Noch schwieriger als in einer strukturschwachen Region im Osten ist es in den beliebten Urlaubsgegenden, ein Bett für eine Nacht zu ergattern. Die Rezeptionisten in Travemünde haben mich jedenfalls allesamt sehr mitleidig angeschaut. Dank moderner Technik wurde ich dann in Timmendorfer Strand fündig. Danke nochmal an das Personal des Baltik Kunsthotels, die mir sehr lieb geholfen haben. Hübsch ist es dort obendrein.

7. Tag Timmendorfer Strand – Neustadt/Holstein 20 km

Die letzten 24 Stunden waren dann nochmal sehr ereignisreich. Auf dem Weg nach Neustadt bin ich dann nach all der Hitze endlich auch mal wieder in einen starken Regenschauer geraten. In Neustadt konnte ich eine Cousine in der Reha besuchen, die es etwas übertrieben fand, dass ich dafür über 600 km mit dem Rad gefahren bin😉
Dann bin ich mit dem Zug nach Bad Schwartau gefahren, um eine Tante zu besuchen. Da sie „keine Zeit hat, dauernd in Facebook reinzuschauen“, war sie etwas überrascht, mich zu sehen.

Die Heimreise! In Lübeck Hbf versuchte ich einen Nachtzug oder alternativ einen IC für den nächsten Tag zu buchen. „Mit Fahrradmitnahme? Kein Chance!“
Ich landete dann in einem Lumpensammler-IC von Hamburg über Köln nach Mainz, der die ganze Nacht durchfuhr. Zug fahren kann ja so INTERESSANT sein. Man hat jedenfalls immer was zu erzählen. Das würde jetzt hier aber zu weit führen und einen eigenen Artikel füllen.

Ein Fazit braucht es hier nicht, das steht schon in Ideen für Rennradtour 2016.
Nur soviel: Ziel erreicht, nach meiner Definition bin ich einmal durch ganz Deutschland geradelt, zumindest von den Alpen bis ans Meer.
Jugendtraum erfüllt!
Das erstaunlichste bleiben die gegensätzlichen Wetterkapriolen in den beiden Jahren. Dauerregen auf der einen Seite, unerträgliche Hitze auf der anderen. In der Nachschau fällt mir auf, dass ich wohl auch deshalb nicht so viele schöne Fotos gemacht habe, wie ich es mir wünschen würde. Wobei tendenziell die Fotos vom ersten Jahr schöner und stimmungsvoller sind, aber ich hab das Handy halt nicht so oft rausgeholt. Im zweiten Jahr haben die Fotos fast alle einen Schleier – Dauerschweiß und grelles Licht hinterlassen ihre Spuren. Für dieses Jahr habe ich schon eine Lösung gefunden, die Digitalkamera am Rucksack zu befestigen.

Verfasst von: stefanhock | Juni 27, 2016

Mittelpunkt Deutschlands

Ich habe mal wieder über meine Rennradtour 2016 nachgegrübelt. Die Frage, ob ich am Mittelpunkt Deutschlands starten könnte, lässt mich irgendwie nicht los.

Mittelpunkt Deutschlands in der Wikipedia

Ich wollte hauptsächlich die Lage visualisieren, um mir die Entscheidung zu erleichtern. Aber es gibt einfach zu viele. Dann hab ich auch noch ehemalige Mittelpunkte, also die der BRD und DDR hinzugenommen…und die europäischen respektive die der EU. Die verschieben sich auch noch mit jedem Land, das beitritt.
Nach dem #Brexit muss natürlich wieder neu berechnet werden!

Mittelpunkte

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Legende

  • ylw-pushpinaktuelle deutsche Mittelpunkte
  • grn-pushpinehemalige deutsche Mittelpunkte (BRD/DDR)
  • blue-pushpineuropäische Mittelpunkte

Jetzt bin ich zwar schlauer als vorher, aber wo ich losfahre, weiß ich immer noch nicht.

P.S.
Der „Nabel der Welt“ ist freilich ganz eindeutig auf dem Festplatz in Großkrotzenburg zu finden. Aber das ist eine andere Geschichte…

Verfasst von: stefanhock | Juni 18, 2016

Schutzbleche am Stevens Sentiero

Wenn man(n) sich ein neues Mountainbike kauft, tönt man ja erst mal: „Das sieht doch jetzt so toll aus, das verschandele ich nicht mit Schutzblechen. (Wenn es mal regnet, nehm ich eh das alte)“
Dann saut man sich das erste Mal ein, hat Sand zwischen den Zähnen, freut sich zwar wie Bolle, aber man kommt ins Grübeln…

Wenn man dann noch ein Bild von einem wirklich schönen Radel mit Blechen sieht, sind die guten Vorsätze dahin.
So geschehen in dem Artikel über Bluecraft Bikes beim Stahlrahmenblogger. Auf meine Frage, welche Bleche denn da am HM815 verbaut wurden, hat dann Mark Jahn von Bluecraft Bikes persönlich geantwortet (siehe Kommentare zum Artikel ganz unten).
Meine Lösung weicht leicht ab, aber das Ergebnis taugt mir. Entgegen Marks Aussage ist am HM815 hinten „nur“ ein SKS Beavertail montiert, kein XL. Ich hab mich aber für das SKS Beavertail XL entschieden. Da stört mich nur die orange-weiße Beschriftung. Weiß jemand, wie man die möglichst spurlos beseitigen kann? Die Klemmschelle fürs Sattelrohr habe ich abgezwickt. Die war zu klobig und passte nicht recht. 2 kleine Löcher und ein Kabelbinder passen besser.
Am Unterrohr habe ich freilich keine extra Ösen für das SKS Mud-X Dirtboard. Ich habe zunächst die beiliegenden Gummibänder verwendet, auch um noch mit der Position rumprobieren zu können. Ich meine aber, jetzt den besten Kompromiss zwischen Schutz meiner selbst und der Trinkflasche im Halter gefunden zu haben. Zumindest der obere Teil der Flasche bleibt jetzt sauber, was ja am wichtigsten ist. Ich könnte also jetzt auf unauffälligere Kabelbinder wechseln.
An der Gabel habe ich einen CUBE Cubeguard Downhill montiert. Nach längerer Suche, war es das Teil mit dem kleinsten Logo drauf.

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Jetzt taugt das Sentiero auch für die #Schlüsselstellen bei #mdrza😉

Verfasst von: stefanhock | Juni 12, 2016

Vorfahrtsregeln in Blankenloch

Mein Rennradarbeitsweg #mdrza nach Karlsruhe führt mich auch durchs beschauliche Blankenloch.

siehe auch https://stefanhock.wordpress.com/2009/04/23/mit-dem-fahrrad-von-weiher-nach-karlsruhe/

Besser wäre wohl außen rum, aber das geht mit Rennrad nicht so prickelnd. Mit dem Gravelbike umfahre ich das Gebiet weiträumig durch den Wald. Es gibt schlicht keine Feldwege, die sinnvoll verlaufen würden. Eine Alternative (in der Karte rot) wäre, sich durch die Wohngebiete zu „schlängeln“. Das ist aber viel weiter und extrem nervig. Also mitten durch. Das ist gar nicht mal so hässlich, kann man sich echt anschauen. Aber quälend. Der direkte und schnellste Weg führt mich und wie zu sehen ist viele andere Radler auch durch die Hauptstraße (die auch wirklich so heißt). Die ist recht schmal, weil parallel auch noch die Straßenbahn eingleisig verläuft. Mit etwas Pech erreicht man die Straße ungefähr zeitgleich mit einer Bahn in die gleiche Fahrtrichtung und hat an allen Ampeln rot. Das dient der Sicherheit der aussteigende Fahrgäste. Daran kann man wohl nix ändern.
Aber noch nerviger finde ich die Vorfahrtsregelung rechts vor links. Für Radler ist das suboptimal, vor allem für die die dort eigentlich 30 km/h fahren könnten.

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(Fotostandort grüner Pin in der Karte)

Für Ortsunkundige ist auch nicht ohne weiteres klar, ob das ein abgesenkter Bordstein ist. Dann wäre recht vor links hier nämlich nicht zu beachten. Die Autofahrer, insbesondere wenn sie die Parkplätze dort nutzen, haben mit der Anwesenheit von Radlern auch ihre liebe Müh.

Blankenloch

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Alles in allem also ein notwendiges Übel. Was also tun? Für einen Radweg oder Schutzstreifen ist kein Platz.
Mein Vorschlag: Fahrradstraße! Und zwar konsequent:

  • mit großen Schildern und Symbolen auf dem Asphalt
  • mit Aufklärungskampagne und strenger Kontrolle
  • mit Vorfahrt auf der Hauptstraße

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