Verfasst von: stefanhock | Oktober 21, 2014

NeubürgerInnen-Radtour

Einige der umliegenden Gemeinden und Städte bieten sogenannte NeubürgerInnen-Radtouren an:

Auch wenn ich mich mit dem großen “I” nicht anfreunden kann, so finde ich doch, Ubstadt-Weiher braucht so was auch. Und weil man ja nicht nur sagen soll “man müsste mal”, hab ich mir eine kurze (14 km blau) bzw. eine etwas längere (21 km grün) Route ausgedacht. Natürlich bin ich auch bereit, mich an der Orga zu beteiligen und ein solche Tour zu (durchzu)führen.

Reiseführer

Karte als KML

Was sollte denn eine solche Tour bieten? Zuerst mal gibt es einige Orte von “öffentlichem Interesse”, die man auch als Neuling in einer Gemeinde kenne sollte.

  • Rathaus und seine Aussenstellen
  • Häckselplätze/Recylinghof
  • Grillplätze
  • Sporthallen bzw. Mehrzweckhallen
  • Schwimmhalle
  • Jugendzentrum

IMHO darf die Gruppe unterwegs auch gerne auf Sponsoren der Tour aufmerksam gemacht werden. Ich habe mal zwei potentielle Sponsoren ;-) in gelb eingezeichnet. Die lokalen Sehenswürdigkeiten dürfen natürlich nicht fehlen.

Eine weitere lokale Besonderheit ist das Vorhandensein zweier S-Bahnsysteme (die “Gelbe” und die “Rote”) und mehrerer Haltepunkte. Ein Umstand der selbst bei Alteingesessenen oft für Verwirrung sorgt. Die Haltepunkte “Ubstadt-Weiher DB” und “Ubstadt Ort” müssen folglich unbedingt angesteuert werden.

Apropos “Alteingesessene”: Die dürften natürlich auch mitfahren!

Verfasst von: stefanhock | Oktober 12, 2014

Lochwiesengraben

Im Verlauf des Lochwiesengrabens rund um Weiher wurden 2 Brücken durch eine Verdohlung ersetzt.

Brücke über den Lochwiesengraben im Ortsteil Weiher wieder für landwirtschaftlichen Verkehr freigegeben

Die Brücken waren baufällig und statt ihrer wurden Betonrohre eingelassen, Boden aufgefüllt und die Wege neu asphaltiert (Bild 1). Mir ist aufgefallen, dass die Rohre weit unter dem Niveau des übrigen Grabens liegen (Bild 2). Wie soll da Wasser durchlaufen?
Also habe ich mir das ganze mal genauer angeschaut.

Lochwiesengraben

Karte

Legende:

  • rot Lochwiesengraben
  • türkis Pferdswassergraben
  • grün Unterfeldgraben
  • blau Gießgraben (1)
  • gelb Gießgraben (2)

Wirklich ablaufen kann Wasser durch den Graben eh nicht. Über seinen kompletten Verlauf ist der Graben stark zugewuchert (Bild 3). Zum großen Teil wachsen gar Bäume im gesamten Grabenquerschnitt (im Bild 4 ist es noch harmlos). Im nördlichen Bereich ist der Graben mehrmals verfüllt (Bild 5), wahrscheinlich um den Zugang zu Hochsitzen zu erleichtern. Auch die alten Durchlässe verdienen ihren Namen nicht mehr (Bild 6). Es wahr wohl mal so geplant, das der Graben in den Hardtwald entwässert. In den Kriegsbach geht es ja wegen des Deiches nicht (Bild 7).

In der neuen Hochwassergefahrenkarte kommt Weiher ja nicht wirklich gut weg.

Da drängen sich mir folgende Fragen auf:

  1. Gehören der Lochwiesengraben und die angrenzenden Gräben (im folgenden einfach Lochwiesengraben genannt) zum Hochwasserschutzkonzept für Weiher?
  2. Wenn nein, warum mussten dann die Brücken für viel Geld ersetzt werden anstatt sie einfach zu verfüllen?
  3. Wenn ja, soll Wasser statt Weiher zu überfluten nur sich im Lochwiesengraben sammeln oder tatsächlich über diesen in den Hardtwald abfliessen?
  4. Kann der Lochwiesengraben von seiner Neigung her überhaupt als Abfluss dienen?
  5. Wenn ja, müsste er nicht freigeschnitten und eventuell sogar ausgebaggert werden?
  6. Wenn ja, darf man das überhaupt? Schließlich ist der Lochwiesengraben ja eigentlich eine Hecke und damit schützenswertes Biotop?

Sollte ich Antworten darauf erhalten, werde ich davon berichten, versprochen.

Verfasst von: stefanhock | Oktober 8, 2014

Die Trabantenstadt und jauntful

Mein Kollege Christian machte mich auf den Dienst jauntful aufmerksam. Den wollte ich natürlich auch mal ausprobieren und habe ihn gleich für meine Zwecke entfremdet. (Sagt man das so? Egal)

Den Band Asterix – Die Trabantenstadt (französischer Originaltitel: Le Domaine des Dieux) hätte ich normalerweise gar nicht geokodiert, weil er schlicht zu wenig Anlass bietet. Er spielt fast ausschließlich im kleinen gallischen Dorf und enthält die obligatorische Einspielung aus Rom. Nun habe ich es aber doch getan, um ein wenig mit jauntful herumzuspielen.

Jauntful

https://jauntful.com/stefanhock/xkKT2KJbSe

Dieser Dienst dient eigentlich dazu, Standorte in einer Stadt zu markieren und somit eine Art Reiseführer für diese Stadt zu erstellen. Diesen kann man dann als PDF exportieren oder ausdrucken. Deshalb startet man auch mit der Eingabe einer Stadt, in diesem Fall Erquy. Das ist für mich freilich blöd, weil ich mich ja gar nicht auf eine bestimmte Stadt beziehe. Überhaupt ist die Bedienung etwas old fashioned. Wenn man einen Ort hinzufügt, so tut man dies in einer kleinen Extrakarte (die man aber auch größer ziehen kann, wie ich gerade bemerke). Warum nicht gleich in der Hauptkarte? Und das absolute Killerkriterium: Ich hasse Kartenanwendungen, in denen man nicht mit dem Mausrad zoomen kann! In WordPress einbinden kann ich das Ergebnis auch nicht. Links (z.B. zu Wikipedia) kann man auch nicht einfügen. Also wird es wohl bei dem einen Versuch bleiben. Das was jauntful eigentlich können soll, macht es recht hübsch und für den “normalen” Benutzer auch einfach wie mir scheint.

Aber wo ist denn nun das Dorf? Laut Wikipedia und comedix gibt es mehrere Möglichkeiten:

Auf jeden Fall irgendwo in der Bretagne. Aufgrund des Dioramas der Trabantenstadt, das Cäsar präsentiert, tippe ich auf Santec wo der Küstenverlauf Ähnlichkeiten aufweist.

Übrigens kommt http://www.filmstarts.de/nachrichten/18486820.html ab 26. Februar 2015 in den deutschen Kinos als animierter 3D-Film. Vielleicht bekomme ich dann wenigstens den Drehort heraus!?

Verfasst von: stefanhock | September 30, 2014

10 Bücher

Ein Kollege hat mich durch einen Post bei Facebook auf die Idee gebracht.
“Die Regeln: 10 Bücher im Status auflisten, die mit dir in irgendeiner Weise verbunden geblieben sind. Nimm dir nicht mehr als ein paar Minuten und grübele nicht zuviel. Es müssen nicht perfekte Bücher oder große Literatur sein, nur welche, die dich in irgendeiner Weise beeinflusst haben.”

“Es muss keine große Literatur sein…” Na das kriege ich hin :-)
Meine Freunde und Leser werden sich schon denken können, dass so eine Liste bei mir etwas – nun ja – anders sein könnte. Mal sehen.

  • 1. Bibel
    • War mein spontaner erster Gedanke. Warum auch nicht? Letztlich beeinflusst sie uns alle irgendwie und die meisten haben zumindest mal darin gelesen. Ich kann mit Stolz behaupten, sie sogar einmal komplett gelesen zu haben. Man muss ja nicht alles richtig und gut finden, das darin steht
  • 2. Stefan mit den vielen Wünschen
    • Mein erstes eigenes und selbst gelesenes Buch, von meiner Patentante geschenkt. So was vergisst man nicht.
  • 3. Pitje Puck
    • Ich glaube, ich habe sie alle gelesen. Deshalb ist es schwer einen bestimmten Band zu nennen. Man kann sagen, dass ich mit dieser Buchreihe das Lesen gelernt habe. Bei meinen Töchtern kam der Herr Puck allerdings nicht so gut an. Kommen wahrscheinlich zu wenig Pferde drin vor.
  • 4. Kundschafter am St.-Lorenz-Strom. Die Abenteuer des Samuel de Champlain
    • Dies ist wahrscheinlich mein erstes “ernst zu nehmendes” Buch gewesen, mein erster Schritt hinaus in die Welt der Abenteuer. Es hat mir ein Bild über die indigene Bevölkerung vermittelt, das so ganz anders war als das aus den Western-Filmen.
  • 5. Asterix – Tour de France
    • Dieser Band steht natürlich ein Stück weit stellvertretend für alle anderen dieser Reihe. Ohne Frage haben wir damals viele Comics gelesen (Hauptsächlich die aus dem Hause Disney). Asterix war aber was besonderes, weil die Bände so selten neu erschienen. Dies ist mein Lieblingsband und das nicht nur wegen meiner Affinität zum Radsport. Außerdem bot er ja mehr Stoff zum Geokodieren als alle anderen.
  • 6. Needful Things
    • Oder wie es im deutschen heißt: “In einer kleinen Stadt”. Meiner bescheidenen Meinung nach ist dies das beste Buch, dass Stephen King je geschrieben hat. Sicherlich ist es nicht das bekannteste, wurde aber immerhin auch verfilmt und gar nicht mal so schlecht. Es ist halt Kings Lieblingsthema in Reinform: Das ultimativ Böse kommt in eine amerikanische Kleinstadt (Castle Rock) und muss gar nicht mal selbst töten. Das erledigen die Einwohner dann schon irgendwann selbst. Bis dahin vergehen ca. 1000 Seiten, in denen der Meister erstmal genüsslich die Eigenheiten ebendieser Einwohner seziert – wunderbar.
  • 7. Bahnatlas Deutschland
    • Bis ich angefangen habe, meine Bahnstrecken mit GPSies zu zeichnen und in GoogleEarth zu sammeln, habe ich in diesem Buch alles per Stift reingemalt. Ich werde es in Ehren halten.
  • 8. Bertelsmann Weltatlas
    • Ich weiß nicht, welche Ausgabe. Es ist der Atlas meines Vaters und befindet sich noch eben dort. Ich kann mich nur noch erinnern, dass zwar Bundesrepublik und DDR eingezeichnet waren, aber quasi zur Sicherheit auch noch der Grenzverlauf von 1939. Das war auf jeden Fall der erste Atlas mit dem ich in Berührung kam, noch vor dem Schulatlas. War also wahrscheinlich mein erster Kontakt mit Landkarten.
  • 9. Refactoring. Wie Sie das Design vorhandener Software verbessern.
    • Da brauch ich nicht viel zu zu sagen. Meine Kollegen kennen meine Vorliebe für dieses Thema.
  • 10. Lexikon der Modell-Eisenbahn
    • Und zwar in der 1. Auflage von 1983! Dieses Standardwerk für ostdeutsche Modellbauer wurde damals auch im Westen verlegt. “Wir hatten ja nichts” führte zwangsläufig dazu, dass die ostdeutschen Modellbahner vieles selbst bauen mussten und genau dafür war dieses Nachschlagewerk gut. Aber auch für jugendliche Wessis ohne Knete waren die Tipps und Kniffe viel wert.

Und nein, ich werde niemanden für diese Buch-Challenge nominieren, weil ich das albern finde.

Verfasst von: stefanhock | September 11, 2014

Chiemsee Richtung Norden Rückblick

“Wenn einer eine Reise tut,
dann kann er was erzählen.
Drum nähme ich den Stock und Hut und tät das Reisen wählen.”
Matthias Claudius (1740 – 1815)

Wohl war! Aber ich nahm doch lieber Rad und Rucksack.

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Wer bei meinen zahlreichen Ergüssen via Facebook, Twitter und WordPress etwas den Faden meiner Reiseroute verloren hat, erhält jetzt aus erster Hand einen Reisebericht.

GE

Die komplette Route könnt Ihr Euch als KML anschauen.

  • Die Ziffern markieren jeweils den Startort einer Etappe.
  • Gelb sind die Abschnitte, die ich geradelt bin.
  • Grün sind die Abschnitte, die ich auf stillgelegten Bahnstrecken geradelt bin.
  • Rot sind die Strecken, die ich mit dem Zug gefahren bin. Auf dem Heimweg fehlen davon Teile, weil ich die schon kannte und nicht neu gezeichnet habe.

Bei meinem Bericht möchte ich auf folgendes besonders eingehen.

  • die Strecke bzw. wie ich denn nun jeweils entschieden habe, wie es weiter gehen soll
  • das schönste Erlebnis des Tages
  • das blödeste Erlebnis bzw. der Tiefpunkt des Tages
  • die interessanteste Begegnung des Tages.

Wenn man mit dem Rad unterwegs ist, hat man ja oft lustige Begegnungen. Wobei die aufgrund des Wetters diesmal dünn gesät waren, es waren einfach nicht so viele Menschen draußen unterwegs, Radler schon gar nicht.

Tag 1
Seebruck – Passau 46 km
Den ersten Tag hatte ich Euch bereits in Chiemsee Richtung Norden geschildert.
Wegen des Regens hatte ich erstmal ausgeschlafen und bin dann ziemlich genau Richtung Norden gefahren. Vor Mühldorf hatte ich aber schon schrumpelige Finger vor lauter Wasser von allen Seiten. Mühldorf am Inn ist der bedeutendste Eisenbahnknoten des bayerischen Chemiedreiecks, von hier geht es in alle Richtungen. Ich entschied mich für Osten also Passau und dort nächtigte ich dann auch.
Das blödeste waren definitiv meine Erlebnisse auf dem Bahnhof Mühldorf. Mein Zug fuhr vom letzten Gleis. Ich hab den Lokführer gefragt, ob ich im Zug ein Ticket lösen kann und er hat ewig rumgepienst und mich dann zum Fahrkartenautomat in der Empfangshalle geschickt. Weil dort alle Züge zeitgleich ankommen und abfahren (prinzipiell sehr lobenswert) hatte ich auch nicht gesehen, daß auf dem Nachbarbahnsteig auch einer steht. In der Empfangshalle hab ich dat Dingen nicht gleich gefunden, weil er in einer Ecke steht. Ich musste erst im Reisezentrum fragen. Kaufen hätte ich da zeitnah nicht können. Die beiden! Bahnpersonalerinnen mussten eine! Kundin beraten. Nach meiner Odyssee mit Radlschuhen, geschultertem Rad auf nassen Fliesen und Treppen konnte ich meinem Zug immerhin noch kurz hinterhersehen und hab mich dann mal auf dem Bahnsteig umgezogen (endlich raus aus den nassen Klamotten) und eine Stunde gewartet.

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Das schönste Erlebnis verrate ich nicht, Hape Kerkeling hat auch nicht alles erzählt (“Ich bin dann mal weg”). Interessant war zumindest die Begegnung mit dem Fahrer eines “Linde”-Sprinters. Ich wollte gerade gepflegt in die Einfahrt des Schlosses Guttenburg pieseln – da waren zwei große Bäume, die den Regen etwas abhielten – als der Sprinter (beladen mit Sauerstoffflaschen) neben mir hielt. Der Fahrer sprang raus und machte sich mit den Worten “im Wagen darf ich nicht rauchen” eine Zigarre an! Unser Gespräch war nett, aber eigentlich hatte ich ja was anderes vor.

Tag 2
Passau – Bodenmais 59 km
Von Passau aus Richtung Norden hätte bedeutet, direkt in den Bayerischen Wald und nach Tschechien zu fahren. Dann doch lieber nordwestlich an der Donau entlang. Anscheinend fahren alle Touris donauabwärts, ich wurde jedenfalls reichlich blöd angeglotzt. Für gefühlte 5 Minuten gab es das perfekte Radelwetter als der Regen aufhörte – dann kam die Sonne raus und es wurde sofort drückend schwül. Aber diese 5 Minuten mit einer Leberkässemmel auf einer Bank an der Donau waren sehr schön. Ich bin dann bis Deggendorf geradelt, die Landesgartenschau wollte ich mir eh gerne mal ansehen.

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Auf dem Foto erkennt ihr einen relativ flach wirkenden Einschnitt im Bayerischen Wald, den ich zu befahren gedachte. Praktischerweise gibt es auf dem Gartenschaugelände ein Luftbild von der Gegend auf etwa 5 mal 5 Meter im Boden eingelassen. Der Teil, der mich interessierte, schaute ungefähr so aus:

Waldbahn

Direkt auf Deggendorf stand eine dicke Frau, die müsst Ihr Euch dazu denken. Mein geübter Blick fand sofort die Bahnlinie. Seht Ihr sie auch? Doch was ist das? Eine 180°-Kehre! Und da noch eine! Das ist fürs Radeln freilich ein gaaaanz schlechtes Zeichen. Bahnstrecken werden nicht zum Spaß so gebaut, sondern zum Überwinden von Höhe. Nach Verlassen der Gartenschau lies ich also den Zufall entscheiden, sollte ich den Bahnhof rechtzeitig zum nächsten Zug erreichen, würde ich den nehmen, ansonsten weiter an der Donau fahren.
Ich bekam den Zug, konnte aber keine Fahrkarte mehr lösen. Der Blick einer Zugbegleiterin, wenn man ihr sagt: “Ich hätte gern eine Fahrkarte, aber ich weiß noch nicht wo hin.” – unbezahlbar.
Ich entschied mich dann für Bodenmais und hatte eine sehr beeindruckende Zugfahrt über sehr viele Höhenmeter. Das Ziel war eine gute Wahl, schon wegen der Nachspeise.

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Vanilleeis mit Steirischem Kürbiskernöl :-)

Blöd war nur, dass meine EC-Karte mal wieder ihren Geist aufgeben hatte. Ab diesem Moment brauchte ich an den Geldautomaten immer mehrere Versuche und an Hotelrezeptionen meinen Charme, um weiter zu kommen.

Tag 3
Bodenmais – Schönsee 107 km
Die Abfahrt (doppeldeutig im Sinne von Losfahrt und Runterfahrt) von Bodenmais hätte richtig schön werden können, wäre der Wind nicht so kalt gewesen. So rollte ich also nicht ganz so zügig wie es hätte sein können nach Bad Kötzting. Das “Bad” hat man sich erst 2005 dazuverdient, deshalb ist es auf allen Schildern nachträglich draufgedengelt, aber man hat wenigstens keines vergessen. Dann ging es durch das wirklich schöne Regental nach Cham (bitte mit “K” sprechen wie in Chiemsee). Das Tal hat mir so gut gefallen, daß ich jetzt an meine Familie hinrede, ob wir nicht in unserem nächsten Familienurlaub den ganzen Regen beradeln wollen.
Die Wikipedia sagt:
“Die Marseillaise wurde von Claude Joseph Rouget de Lisle … verfasst. Sie … war dem Oberbefehlshaber und Gouverneur von Straßburg, dem im Jahr zuvor zum Marschall von Frankreich ernannten Grafen Luckner, gewidmet. Daher ertönt die Marseillaise noch heute täglich um 12:05 Uhr vom Glockenspiel auf dem Marktplatz in Cham in der Oberpfalz, dem Geburtsort des Grafen.”
Als unvorbereiteter Tourist wundert man sich schon ob der bekannten Klänge, aber da steht auch eine Infotafel auf dem Marktplatz. Und noch zwei schöne Dinge:

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Danach bin ich ein bisschen rumgeeiert, bis ich auf den “Verbindungsradweg Schwarzach-Regen” gestoßen bin.

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Also ganz ehrlich, wenn man nicht mehr möchte, daß den jemand fährt, sollte man die Schilder abhängen. Das gezeigte ist noch eines der besseren. Auch sonst merkt man deutlich, daß den Weg keiner mehr haben will. Versucht den mal zu googeln…
Ab Schönthal bin ich wieder frei Schnauze gefahren. In Winklarn entfachte ein winziges Radwegschild meine Aufmerksamkeit: “Aschatalradweg”. Was darauf folgte, war bis zur ehemaligen Endstation Schönsee einer der hübschesten Bahnradwege, die ich kenne. Aber auch anstrengend! Die an sich gut fahrbare feine Schotteroberfläche ist nach längerem Regen und mit schmalen Reifen doch recht mühsam zu fahren und es geht ja immer ganz leicht bergauf.

Tag 4
Schönsee – Kirchenlamitz 104 km
Der kleine Hüpfer bis Eslarn ging Richtung Norden. Dort fand ich den Bocklradweg, “Bayerns längster Bahntrassenradweg”, den ich komplett befahren konnte. Auch wenn es nicht immer einfach war, der Beschilderung zu folgen.

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Im Hintergrund ist tatsächlich noch ein zweites Schild! Man kann es auch übertreiben.

Ab Neustadt an der Waldnaab versuchte ich eben dieser folgend Richtung Norden zu fahren, was aber schier nicht geht. Die ist dort zu tief eingeschnitten und touristisch nicht relevant, folglich gibt es dort auch keinen Radweg. Ringsum gibt es nur diese einfachen lokalen grünen Radwegschilder von Ort zu Ort. Und ich bin mir sicher, daß ich keinen Abzweig verpasst habe. Doch dann bin ich auf einem der miesesten Grobschotterwege gelandet, die ich je erlebt habe. Doch just dort kamen mir zwei GIs in einem zivilen Ford Focus entgegen. Zwar in Kampfanzug aber anscheinend privat unterwegs, Geocachen oder so. (Früher sind die Kameraden noch marschiert.) Jedenfalls wollten die wissen, ob sie da weiterfahren können. “Are there any holes in the road?” Neeeee, die sind alle mit Kinderkopfgroßem Schotter aufgefüllt, gute Fahrt auch. Um kritische Leser zu beschwichtigen, ich hab denen den Weg bestmöglich beschrieben und die waren schon so weit – vor oder zurück wäre gleich schlimm gewesen.
In Windischeschenbach (bekannt durch die Kontinentale Tiefbohrung) wusste ich nicht weiter. Kein Weg, der so richtig nach Norden führte, dafür eine bedrohliche Gewitterwolke eben dort. Deshalb mit einem Zug der Vogtlandbahn nach Marktredwitz und schon war ich mitten im Fichtelgebirge. Also kurz vor Feierabend noch ein paar Höhenmeter knechten (min. 500) von Komoot geleitet Richtung Hof. Das Wunsiedeler Becken z.B. ist sehr … nun ja Beckenförmig. So sehr ich die immer wieder kehrenden Regenschauer verdammte, ohne einen solchen wäre ich wohl nie nach Kirchenlamitz abgebogen. Ist gefühlt der einzig schnuckelige Ort in der Gegend und die Alte Wirtschaft an der Lamitz empfehle ich wirklich gerne weiter. Unbemerkt hatte ich vor wenigen Kilometern die Sprachgrenze vom Bayerischen zum Fränkischen “übertreten” (ebenso wie die Europäische Wasserscheide) und genoss einfach nur die fränkisch sprechenden Menschen mit mir im Gastraum.

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Tag 5
Kirchenlamitz – Plothen 80 km
Bis jetzt kam an jedem Tag das Wort “Regen” in meinen Schilderungen vor und ich meine nicht nur den Fluss…
Und genau so ging es weiter in Richtung Hof, wo ich ein echtes Motivationstief hatte. Erst stand ich vor dem Hallenbad (schön warm!?), dann im Bahnhof (Zug nach hause!?). Doch nach einem Stopp beim Wärschtlamo ging es weiter auf dem Saaleradweg. Wie ich jetzt weiß, gilt er als der anspruchsvollste Flussradweg in Deutschland, zumindest im oberen Teil. Hab ich schon den Regen erwähnt und den Matsch? Als ich, mein Rad und vor allem mein Sattel so aussahen…

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… hab ich alles in der Saale gewaschen und meine Route geändert.

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Flugs die Saale überquert und ab nach Thüringen! Die nächsten Kilometer waren kein Spaß: Bundesstraße mit LKW, 12 °C, Eisregen (gefühlt), ständiges auf und ab und nicht zu vergessen – Wahlplakate für die Landtagswahl.

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Am Schleizer Dreieck wäre ich gerne länger geblieben und hätte gerne mal eine ganze Runde gedreht, aber ich war so derartig durchgefroren. Auf dem Marktplatz fand ich eine Imbissbude mit netter Bedienung, die mir einen extra großen und warmen Kaffee bereitete und sogar die Wurst in die Erbsensuppe geschnitten hat. Das hätte ich mit meinen klammen Fingern nicht mehr hinbekommen. Danke. Aber auch danach kam ich aus dem Zittern nicht mehr raus. Das Schild der Jugendherberge Plothen kam also wie gerufen.

Tag 6
Plothen – Kahla 38 km

Morgens wieder in die noch nassen Schuhe rein schlüpfen senkt die Lust am Radfahren ganz massiv. Trotzdem konnte ich mich erstmal aufraffen, denn ich hatte auf der Karte ein Zwischenziel entdeckt: Kahla! In meiner Kindheit in Kahl am Main wusste ich nur, da gibt es einen Ort der so ähnlich heißt, aber man kann da nicht hin. Jetzt hab ich es also geschafft, aber dann…
Ich hatte bereits eine Nachricht erhalten, daß meine Mädels schon auf dem Heimweg sind, ich hatte einen Bahnübergang überquert und in der Mittagspause fing es wieder an zu regnen. Da konnte ich nicht anders und hab mir eine Zugverbindung rausgesucht. Ab nach Hause!

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So entspannt dürfte die Fahrradmitnahme im Zug immer sein.

Entschuldigung an alle, die für mein nächstes Ziel bei Facebook gevotet hatten (Weimar 6 Stimmen, Jena 3 Stimmen, Gera 0 Stimmen). Nächstes Mal fang ich genau in Kahla wieder an und dann geht es weiter über Jena nach Weimar und dann weiter Richtung Norden.

Fazit
Ich habs also nicht bis ans Meer geschafft, aber das war ja klar. Das Wetter war gelinde gesagt scheiße. Deswegen bin pro Tag ich viel weniger gefahren, als ich eigentlich hätte können und wollen. Ansonsten wars aber total schön, ich hab soviel gesehen und erlebt und (kennen)gelernt. Mensch und Material haben gehalten – keine körperlichen Beschwerden, keine Krämpfe, keine Platten, alles hat gehalten. Daß ich die Kette nachölen musste und die Bremsbeläge nicht noch ein Mittelgebirge überstanden hätten – geschenkt.

“Nur wo du zu Fuß warst,
bist du auch wirklich gewesen.”
Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)

Ich finde, Fahrrad zählt auch.

Verfasst von: stefanhock | August 20, 2014

Hilferuf Bahnstrecken.kml

Ich bräuchte mal Eure Hilfe, Followerpower sozusagen. In dem Artikel http://stefanhock.wordpress.com/karten/bahnstrecken/ ist die Bahnstrecken.kml verlinkt. Ich habe mein Original zerschossen. Leider schon am 12.07.2014 und DropBox bietet mir nur die Wiederherstellung für den letzten Monat.

:-)

Und weil ich in der Zeit mit allen Rechnern im Netz war, habe ich auch überall die zerschossene Version. Schöne neue Welt.

Hat jemand die Datei vor dem 12.07.2014 runtergeladen und kann sie mir geben, bitte?

Einen Versuch ist es ja wert.

Verfasst von: stefanhock | August 19, 2014

Artikel in der BNN

Heute (19.08.2014) ist ein Artikel mit mir und meinem lieben Mitstreiter Konrad Kröll in der BNN erschienen, genauer im Landkreisteil der Bruchsaler Rundschau.

2014-08-19 09_29_29-160_20140819_6534.pdf - Adobe Reader

Mein Arbeitgeber wird quasi auch noch lobend erwähnt. Schön!

Zusätzlich möchte ich Euch das komplette Mail-Interview mit Frau Steinmann-Plücker nicht vorenthalten.

1. Alter?
40 Jahre
2. Wo arbeiten Sie in welcher Position?
Bei der PTV AG als Softwareingenieur

http://company.ptvgroup.com/de/home/

3. Wie lange fahren Sie bereits mit dem Rad zur Arbeit?
Seit ich 2007 bei der PTV angefangen habe, nutze ich auf Teilstrecken (Bahnhofs-)Räder bzw. ich fahre auch mal die ganze Strecke von/nach Weiher mit dem Rennrad.
4. Warum? Was gab den Ausschlag? (Fitness, Umwelt oder beides?)
Eigentlich beides.
5. Wie viele Kilometer sind Sie unterwegs?
Wenn ich mit einem Bahnhofsrad von Weiher zum Bahnhof Ubstadt-Weiher DB fahre und mit dem anderen von Durlach zur PTV, komme ich pro Tag auf 10 km. Wenn ich die komplette Strecke radle, sind das 27 km. Letztes Jahr bin ich mit allen Rädern auf ca. 3800 km gekommen, aber da sind natürlich auch die Urlaube mit dabei.
6. Rennrad oder Mountainbike oder Trekkingrad?
Für den Weg nach Karlsruhe nehme ich meist das Rennrad, seltener das Mountainbike. Auch die genannten Bahnhofsräder sind alte Rennräder.
7. Fahren Sie immer, bei jedem Wetter?
Also zumindest die Bahnhofsräder nutze ich bei jedem Wetter. Die ganze Strecke nach Karlsruhe tue ich mir bei strömendem Regen oder auch bei starkem Gegenwind nicht an. Aber ich fahre das ganze Jahr und auch Schnee kann mich nicht abschrecken.
8. Wann fahren Sie morgens los?
Da ich Gleitzeit habe recht unterschiedlich zwischen 6 und 8 Uhr.
9. Wie lange sind Sie unterwegs?
Mit Bahnhofsrädern und S-Bahn bin ich in Summe knapp unter einer Stunde unterwegs. Die komplette Strecke (27 km) versuche ich unter einer Stunde zu schaffen. Da kommt allerdings noch das anschliessende Duschen dazu.
10. Was sagen Ihre Arbeitskollegen?
Die meisten Kollegen im direkten Umfeld fahren auch in verschiedensten Ausprägungen und Intensitäten mit dem Rad. Weil wir die Möglichkeit haben im PTV-Gebäude zu duschen, hat das Radeln auch keine negativen Auswirkungen auf das “Betriebsklima”.
11. Fahren Sie auch schon mal mit dem Auto/der Bahn? Wenn ja warum?
Mit der Bahn ja, siehe oben. Die komplette Strecke radle ich höchstens einmal die Woche. Mit dem Auto fahre ich nur, wenn es unbedingt sein muss, z.B. um etwas sperriges zu transportieren.
12. Welche Tipps haben Sie für sicheres Fahren mit dem Rad?
Zum einen natürlich das übliche, wie gute Beleuchtung. Mir ist aber auch wichtig (und das versuche ich auch meinen Töchtern beizubringen) Präsenz zu zeigen. Soll heißen: nicht auf dem Gehweg fahren sondern wo möglich und erlaubt auf der Straße, sich nicht an den Straßenrand drängen lassen, sondern als selbstbewusster Teilnehmer am Straßenverkehr agieren.
13. Hatten Sie schon mal Unfälle, Pannen?
In den letzten Jahren hatte ich nur zwei selbst vverschuldete Stürze bei Glätte, da war ich einfach zu optimistisch bei der Wahl der Geschwindigkeit. Die blieben aber harmlos, nur Schürfwunden.
14. Wie ist das Verhältnis zu den Auto-/LKW-Fahrern?
Ich bin da relativ entspannt, ich fahre aufmerksam und rechne mit Fehlern anderer.
15. Sind Sie auch sonst viel mit dem Rad unterwegs? Einkaufen?
Das mit dem Einkaufen ergibt sich sozusagen automatisch, wenn man mit dem Rad von der Arbeit heimfährt und dabei auch mal in Supermärkte etc. reinschaut.
16. Haben Sie auch im Urlaub das Rad dabei?
Wir machen hauptsächlich mit den Rädern Urlaub. In den Pfingstferien war das ein Familienurlaub auf dem BahnRadweg Hessen.
Übermorgen mache ich mich mit dem Rennrad vom Chiemsee alleine auf den Weg und fahre frei Schnauze durch Bayern.
17. Fahren Sie auch mit der Familie Rad?
Natürlich, das machen die auch gerne.

Verfasst von: stefanhock | August 11, 2014

Chiemsee Richtung Norden

“Ein guter Reisender hat keine festen Pläne und ist nicht entschlossen, anzukommen.” (Lao Tse)
http://zenhabits.net/simplicity-redefined-be-open-to-what-emerges/

Letztes Jahr bin ich mehr oder weniger “Frei Schnauze” von Chiemsee heim geradelt.

http://stefanhock.wordpress.com/2013/08/21/seebruck-weiher-ruckblick/

Jetzt ist es wieder mal soweit: Ich hab frei, ich  hab ein Rennrad, aber diesmal habe ich noch nicht mal ein Ziel. Na ja, irgendwie vielleicht doch. Mein Traum war es schon immer, mal durch ganz Deutschland zu radeln. Vom Chiemsee aus betrachtet, wäre das also bis zur Nordsee oder Ostsee. Das schaff ich natürlich in einer Woche nicht. Aber zur Not mach ich halt nächstes Jahr weiter :-)

Also lautet die einzige Vorgabe: nördlich halten. Bahn fahren ist auch erlaubt, wenn ich die Strecke noch nicht kenne, sollte aber die Ausnahme bleiben. 
Heute ging es schon mal nicht so toll los. In Mühldorf am Inn waren meine Finger und der Rest so durchweicht, dass ich aufgeben musste. Also heute nur 46 km. Habt Ihr Euch schon mal auf einem Bahnsteig komplett umgezogen? Ich meine KOMPLETT! Von Mühldorf gehen Züge in 6 verschiedene Richtungen. Ich habe mich für Passau entschieden. Hier bin ich also (nicht zum ersten Mal). Wie es morgen weiter geht wird sich weisen. Hier gibt es so einen großen Fluss mit Radweg…

Verfasst von: stefanhock | August 2, 2014

Fahrradschutzstreifen auf der K3523 Ubstadt – Weiher?

In diesem Blog habe ich ja bereits einige Verbesserungsvorschläge für Radwege, Fahrradschutzstreifen oder Sharrows in Ubstadt-Weiher vorgelegt. Dann war ich natürlich auch immer überzeugt, daß mein Vorschlag sinnvoll ist. Diesmal ist es anders. In diesem Artikel stelle ich einen Fahrradschutzstreifen zur Diskussion und ich bin noch nicht sicher, ob ich ihn mir wünschen soll. Im Arbeitskreis Fahrrad Ubstadt-Weiher wurde der Gedanke erwähnt, ob nicht entlang der K3523 zwischen Ubstadt und Weiher Fahrradschutzstreifen erprobt werden könnten.

 

Dies könnte als Modellversuch in einem Nachfolgeprojekt zum “Gutachten zum Einsatz und zur Wirkung von einseitigen, alternierenden und beidseitigen (Fahrrad-)Schutzstreifen auf schmalen Fahrbahnen innerorts” geschehen.

Wie ist dort die Ausgangssituation?

  • Kreisstraße ausserorts
  • Straßenbreite unbekannt (gefühlt auf der Brücke über die DB-Strecke recht schmall)
  • Geschwindigkeitsbeschränkung auf 70 km/h
  • an der Einmündung von der K3575 aus Bruchsal kommend hat es schon mehrfach Unfälle wegen Missachtung der Vorfahrt gegeben
  • die offizielle und einzige Route von Ubstadt nach Weiher für Radler verläuft über die Weiherer Straße, Bahnhofsunterführung, Bahnhofsstraße
  • die K3523 wird durchaus von Rennradlern benutzt, die anderen trauen sich da nicht hin

Was müsste alles gemacht werden?

  • Geschwindigkeitsbeschränkung auf 50 km/h herabsetzen
  • Aufbringen der Fahrradschutzstreifen-Markierung beidseitig
  • Entfernen der bestehenden Mittelmarkierungen

Fragen und Probleme

  • Wo sollen die Fahrradschutzstreifen beginnen und enden?
  • Wie werden die Zubringer gestaltet? siehe auch hier
  • Wie kann die Abbiegessituation an der/den Einmündunge(n) geändert werden?
  • Wie werden die bestehenden Markierungen so entfernt, daß sie wirklich nicht mehr zu sehen sind?
  • Auf der Brücke kann der Autofahrer für einen Überholvorgang die Straße nicht weit genug einsehen.
  • Wird das Konzept von den Autofahrern akzeptiert?
  • Lohnt sich der Aufwand wegen der paar (?) Rennradler bzw. trauen sich dann mehr Radler da hin?
  • Zuallererst bräuchte es mal eine fundierte Bedarfsanalyse sprich Verkehrszählung inklusive Erfassung der Radfahrer(typen)

Vorteile der Maßnahme

  • Alternative zur Bahnhofsunterführung
  • direkte Verbindung Weiher – Bahnhof Ubstadt Ort
  • Entschärfung des gefühlten Unfallschwerpunktes an der Einmündung durch Herabsetzen der gefahrenen Geschwindigkeiten

Was meint Ihr?

Dieses Gutachten wurde mir vor einiger Zeit “zugespielt”. Wer mag, kann sich das SVK-AGFK-BW_Gutachten-Schutzstreifen_Langfassung_Web.pdf auf der Seite des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur heruhterladen:

http://www.nationaler-radverkehrsplan.de/neuigkeiten/news.php?id=4202

Ansonst möchte ich hier eine Zusammenfassung bieten, die dann als Grundlage für weitere Artikel dienen soll.

Ziel der Modellversuche war es, die Einsatzmöglichkeiten von Fahrradschutzstreifen auf Straßen mit einer Mindeststraßenraumbreite von weniger als 7,00 m zu untersuchen.

  • 1,25 m für einen Fahrradschutzstreifen sind zu schmal, ideal wären 1,50 m, zu Not reichen 1,40 m.
  • Alternierende Schutzstreifen führen zu Verunsicherung. Die entsprechenenden Modellversuche haben gezeigt, daß es nicht ausreicht, Fahrradschutzstreifen im Wechsel mal auf der einen und mal auf der anderen Straßenseite zu markieren. Dies verwirrt sowohl die Autofahrer als auch die Radler.
  • Die alten Mittelstreifen sollten nicht mehr zu sehen sein. Im Zuge der Markierung werden die alten Mittelmarkierungen unkenntlich gemacht. Solange diese aber noch zu erahnen sind, orientieren sich die Autofahrer weiter daran. Die alten Markierungen müssen also komplett entfernt werden, was konsequenterweise nur durch eine Neuasphaltierung möglich ist.
  • Der Zugang zu den alten Hochbordradwegen sollte erschwert werden, sonst werden sie von bestimmten Radlern weiter benutzt.
  • Die Striche müssen sich klar von Mittelstreifen unterscheiden, sonst versuchen verwirrte Autofahrer den Schutzstreifen komplett zu befahren.
  • Die Schutzstreifen müssen sich klar von Parkplätzen unterscheiden, sonst versuchen verwirrte Autofahrer, dort zu parken.
  • PKW sollen sich gefahrlos begegnen können.
  • Nur empfehlenswert bei Straßen mit wenig LKW-Verkehr.
  • Sollten nur genehmigt werden, wenn keine Alternativen möglich sind.
  • Vorher ist eine Verkehrszählung insbesondere der Radler notwendig.
  • Nur für 50 km/h! Straßen mit 30 km/h Beschränkung brauchen keine Schutzstreifen (darüber könnte man streiten). Straßen für höhere Geschwindigkeiten sollten keine Schutzstreifen haben.
  • Verkehrsführungen müssen selbsterklärend sein.

Das Ergebnis: “Auf innerörtlichen Straßen mit einer maximalen Fahrgeschwindigkeit von 50 km/h kann mit beidseitigen Schutzstreifen auch auf Fahrbahnen mit einer Breite unter sieben Meter ein deutlicher Sicherheitsgewinn für alle Verkehrsteilnehmer erreicht werden”

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